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Verbs

Der Konjunktiv im Hauptsatz:

Ein Konjunktiv im Hauptsatz kann auf verschiedene Arten übersetzt werden.

1. Hortativ

Der Hortativ steht immer im Konjunktiv Präsens 1. Person Plural. Er ist eine Aufforderung, weswegen auch ein Ausrufezeichen hinter ihm steht.

Laudemus! Lasst und loben!

Eamus! Lasst uns gehen!

Linguam discamus! Lasst uns die Sprache lernen!

2. Jussiv

Der Jussiv steht immer im Konjunktiv Präsens 3. Person Singular/Plural. Theoretisch kann er auch in der 2. Person vorkommen, das ist jedoch selten. Sein Name kommt von iubere (befehlen), er ist also ein Befehl. Ein Ausrufezeichen am Ende ist nicht zwingend.

Laudet! Er soll loben!

Laudent! Ihr sollt loben

Eatis! Ihr sollt gehen!

3. Prohibitiv

Der Prohibitiv steht immer im Konjunktiv Perfekt 2. Person Singular/Plural. Er kommt vom Wort prohibere (hindern) und ist wie ein verneinter Befehl. Vor den Prohibitiv wird ein "ne" gestellt.

Ne laudaveris! Du sollst nicht loben!

Ne ieritis! Ihr sollt nicht gehen!

4. Optativ

Der Optativ drückt einen Wunsch aus. Er besitzt 4 Formen:

  1. Konjunktiv Präsens
  2. Konjunktiv Imperfekt
  3. Konjunktiv Perfekt
  4. Konjunktiv Plusquamperfekt

Diese Formen werden aufgeteilt in erfüllbare Wünsche und unerfüllbare Wünsche. Man kann die Wünsche auch mit dem Wort ne verneinen.

erfüllbare Wünsche

Der erfüllbare Wunsch beinhaltet den Konjunktiv Präsens, der hier für die Gegenwart steht und den Konjunktiv Perfekt, der hier für die Vergangenheit steht. Man leitet diesen Wunsch meist mit utinam oder velim ein. Manchmal wird dies aber auch weggelassen.

Utinam/velim dei te iuvent! Hoffentlich helfen dir die Götter!

Velim/utinam dei te iuverint! Hoffentlich haben dir die Götter geholfen!

unerfüllbare Wünsche

Der unerfüllbare Wunsch beinhaltet den Konjunktiv Imperfekt, der hier für die Gegenwart steht und den Konjunktiv Plusquamperfekt, der hier für die Vergangenheit steht. Man leitet diesen Wunsch immer mit utinam oder vellem ein.

Utinam/vellem dei te iuvarent. Wenn die Götter dir doch helfen würden!

Vellem/utinam dei te iuvissent. Wenn die Götter dir doch geholfen hätten!

5. Potentialis

Der Potentialis steht entweder im Konjunktiv Präsens/Perfekt (Potentialis der Gegenwart) oder selten auch im Konjunktiv Imperfekt (Potentialis der Vergangenheit).

Dabei drückt er aus, dass etwas möglich oder nicht möglich ist. Zur Übersetzung eignen sich die Wörter: dürfte, könnte, wohl.

Quis hoc credat/crediderit? Wer könnte/dürfte dieses glauben? Wer dieses wohl glaubt?

Hoc nemo dubitaret. Das hätte wohl niemand bezweifeln können.

6. Deliberativ

Der Deliberativ steht im Konjunktiv Präsens (Deliberativ der Gegenwart) oder im Konjunktiv Imperfekt (Deliberativ der Vergangenheit).

Er drückt einen Zweifel oder eine Überlegung aus und wird mit non verneint. Bei der Übersetzung verwendet man das Wort soll.

Quid faciam? Was soll ich tun?

Hocne non dicerem? Hätte ich das nicht sagen sollen?

7. Irrealis

Der Irrealis steht im Konjunktiv Imperfekt (Irrealis der Gegenwart) oder dem Konjunktiv Plusquamperfekt (Irrealis der Vergangenheit).

Er drückt eine Annahme aus, von der man weiß, dass sie nicht eintreten wird.

Si disceres, intellegeres. Wenn du lernen würdest, würdest du (es) verstehen.

Si tacuisses, philosophus mansisses. Wenn du geschwiegen hättest, wärst du ein Philosoph geblieben.

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